Projekt2018-08-14T15:26:53+00:00

Verein zur Förderung brasilianischer Straßenkinder e.V.

Brasilianische Erfolgsgeschichte mit Ausgangspunkt Winterbach

1994 war’s, da gründeten 6 Winterbacher Seniorenfußballer zusammen mit Fußball-Profi Giovane Elber den Verein zur Förderung brasilianischer Straßenkinder e.V. – Straßenkindern in Elbers brasilianischer Heimat sollte geholfen werden.

Heute, 23 Jahre danach, sind das Ausbildungszentrum Pestalozzi und der Kinderhort Casa do Caminho Vorzeigeprojekte in Londrina (Brasilien). Dank einer großzügigen Spende von Frau Grüninger können wir eine Chemotherapie-Station in der Kinderkrebsklinik Londrina einrichten und Kinderleben retten.

Auch Winterbacher Künstler engagierten sich wie viele Spender, Paten, Mitglieder und andere Unterstützer regelmäßig für die Projekte in Elbers Heimatstadt Londrina, 500 Kilometer südwestlich von São Paulo. Sie spendeten zusammen mit weiteren Rems-Murr-Künstlern regelmäßig Kunstwerke, auch weil der Verein zur Förderung brasilianischer Straßenkinder garantierte, dass jede Mark ohne Abzug dem Projekt zugute kommt.

Nach dem verheerenden Erdbeben in Nepal haben wir Geld für den Neubau einer zerstörten Schule gesammelt. Vor kurzem wurde sie eingeweiht. Auch haben wir schon Operationen an afrikanischen Kindern finanziert und Sprachkurse für ausländische Kinder in der Nachbarschaft von Winterbach unterstützt.

Richard Schrade, Initiator der Aktion und zweiter Vorsitzender hinter Giovane Elber, achtet weiter penibel darauf, dass jede Briefmarke aus eigener Tasche bezahlt wird und nichts aus der Vereinskasse. Mehr als 1.000.000 Euro sind bisher zusammengekommen. Der Spendenfluss hat, seit Elber nicht mehr in Deutschland wohnt, etwas nachgelassen, aber er ist nie zum Erliegen gekommen.

Der Verein gibt sich weiterhin große Mühe beim Einsammeln von Spendengeldern. Und in Londrina ist die comunhao espirita christa de londrina, eine christlich-spiritistische Gruppe, die mehrere soziale Projekte in der Stadt betreut, aktiver denn je.

Das Ausbildungszentrum

Osmar Ontiveros, Elbers Schwiegervater, und seine beiden Brüder José und Francisco waren die treibenden Kräfte, die in deutscher Disziplin ein Ausbildungszentrum für knapp 200 Jugendliche und einen Kinderhort nicht nur am Leben erhielten, sondern ständig weiterentwickelten. Und die für absolute Seriosität standen.

Das haben das unabhängige Lateinamerikazentrum in Bonn und auch Alt-Landrat Horst Lässing bei Besuchen im Projekt immer wieder bestätigt Was ursprünglich als kurzfristige Hilfe für Straßenkinder einer Favela am Stadtrand Londrinas gedacht war, hat sich schließlich von einem alten Schuppen zu einem Schul- und Sozialzentrum mit drei Gebäuden, Sportplatz, Speiseraum, Zahnarztpraxis und mehreren Ausbildungsräumen entwickelt.

Aus der Favela, in der Menschen in Bretterbuden hausten und auf dem Boden schliefen, wurde eine „Luxusfavela“ mit fließendem Wasser, geteerten Straßen und gemauerten Behausungen – und vor allem ein Ort, an dem Jugendliche eine Perspektive auf ein lebenswertes Leben haben.

Inzwischen hat Cintia, die Ehefrau von Elber, die ehrenamtliche Leitung der beiden Projekte übernommen.

Was bietet das Ausbildungs- und Sozialzentrum?

In erster Linie soll Hilfe zur Selbsthilfe gegeben werden. Die Kinder sollen eine ganzheitliche Bildung erhalten, eine Arbeit finden und damit aus dem Elend entkommen. Im Einzelnen wird geboten:

  • kostenlose medizinische Hilfe für alle, auch Versorgung mit Arzneimitteln. Das organisieren Ärzte und Apotheker auf freiwilliger Basis.
  • Hilfe und Information für Schwangere und Mütter
  • für alle Kinder ein warmes Essen
  • Hausaufgabenhilfe und Nachhilfe
  • einmal in der Woche kommen ehrenamtliche Zahnärzte und helfen den Favelabewohnern bei Zahnproblemen

Einen Platz im Projekt nahm auch die Vorbereitung auf einen Beruf ein. In Brasilien reichte bereits eine minimale Ausbildung, um einen kleinen Job zu bekommen. Nach der Ausbildung kümmerte sich die comunhao auch – zusammen mit Wirtschaftsverbänden – um die Vermittlung einer Arbeitsstelle.

Bisher haben dadurch mehr als 300 Teilnehmer der Kurse einen Arbeitsplatz gefunden. Das, so Ontiveros, sei jedoch nur die Zahl derer, die offiziell gemeldet wurden. Er geht deshalb von einer wesentlich größeren Anzahl aus.

Die 42 Freiwilligen der comunhao kümmerten sich regelmäßig um das Projekt. Die Arbeit in den Kursen machten fest angestellte Kräfte. Damals waren 14 Lehrer und zehn weitere Kräfte (Hausmeister etc.) beschäftigt. Die Erfolge des Projekts haben sich herumgesprochen.

Osmar Ontiveros und seine Helfer führten das Projekt behutsam, aber gezielt immer wieder einen Schritt weiter. Inzwischen ist regelmäßiger Unterricht in unseren Einrichtungen untersagt, da der Staat inzwischen genügend eigene Schulen besitzt, die allerdings nicht mit unserem Standard vergleichbar sind. Wir bieten deshalb Zusatzunterricht und Nachhilfe an, auch um die Kinder von der Straße zu holen.

Weitere Fotos

Von den beiden Projekten in Londrina